Marantz 8003 TEST

PM8003
SA8003

Die Klangtüfteleien des Ken Ishiwata sind legendär, zumindest in Europa. Entsprechend erfolgreich verkauften sich hier zu Lande die Geräte mit dem ?KI?-Zusatz. Ironischerweise aber zählt der Prophet im eigenen Land, in diesem Fall Japan, wenig. Als Resultat müssen wir bei der neuen Geräteserie 8003 auf die Initialen des Meisters verzichten, gottlob aber nicht auf die Taten.

 

SACD-Spieler

 

Beim SA8003 fallen zudem neben der hochwertigen Wandlerbestückung mit Cirrus 4398 Kleinigkeiten wie das platinenseitig zusätzliche Kupferblech zwischen den Cinchausgängen auf. Auf unsere neugierige Anfrage hin teilte Marantz mit, dass es einen besseren Poten­zialausgleich und somit höhere Störungsfestigkeit begünstige.
Für eine hervorragende Idee halten wir den USB-Anschluss des Players etwa für WMA-, AAC- und MP3-Dateien, der den Zugriff auf gewaltige Musikarchive gestattet. Ab der vierten Generation dockt der iPod hier laut Marantz direkt, ab der fünften sogar sogar digital an!
In der Vergangenheit gab sich Marantz in Sachen MP3 etwas zurückhaltend, zumal die konsequente SACD-Auslegung der Player eher den Gegenpol in Sachen Qualität verkörpert. Jeder wird MP3, WMA & Co. unterwegs, etwa beim Joggen, im Auto oder auch mal für eine Festplatten-Party, für eine feine Sache halten. Solange mir aber für genießerische Momente das unkomprimierte Original als CD ? oder gar SACD/LP ? zur Verfügung steht, greife ich doch lieber zur Scheibe als zum Stick. Das hat mit Lebensqualität zu tun. Ich esse auch lieber ein gutes Steak als einen Big Mac aus geschreddertem Rindfleisch. Der neue Marantz erlaubt beides, darüber hi­naus natürlich nun auch unkomprimierte (WAV-)Musiktracks sprich CD-Qualität via USB ? das könnte ein Hit werden.

 

Vollverstärker

Beim Vollverstärker stand für einige Baugruppen, genannt wurden bereits die HDAM-Bausteine, die überragende neue 11er-Kombi Pate. Die Elkos sitzen nicht in einer eigenen Gruppe, sondern befinden sich zwecks Verkürzung von Wegen und Verlustvermeidung direkt auf der Platine. Wie bei den größeren Modellen auch setzt Marantz gegenüber der Spannungs- auf die stabilere, verlustärmere Stromgegenkopplung.
Und auch bei der Bestückung mit einem ? ebenfalls stromgegengekoppelten ? Phonovorverstärker wählten die Japaner alles andere als eine Alibifunktion, sondern eine stark mit der entsprechenden Sektion der SC-11S1 verwandte, aber um den MC-Teil reduzierte Lösung.
Andere Anbieter verzichten leider ganz darauf, aber beim 8003 profitiert der Käufer somit von einer fulminanten, kompromisslosen  Ausstattung und kann ? zumindest preiswertere ? externe Phonostufen für MM-Systeme erstmal getrost vergessen.
Die Funktion ?Power Amp Direct? verwandelt den PM 8003 auf Knopfdruck in eine Endstufe, die sich prima in A/V-Installationen, sprich ambitioniertere Heimkinos einbinden lässt. Bekanntlich sind Stereo-Komponenten ihren Heimkino-Kollegen an musikalischem Feingeist oft deutlich überlegen und der kleine Aufwand, sie für die Frontkanäle zu nutzen, lohnt sich. Vorstufenausgänge ermöglichen Bi-Amping oder den Betrieb eines Aktiv-Subwoofers, auch eine komplette Klangregelung zur ? unaudiophilen ? Grobanpassung ist vorhanden.